{"id":570,"date":"2009-03-15T20:46:56","date_gmt":"2009-03-15T19:46:56","guid":{"rendered":"https:\/\/wp.hdbg.eu\/?p=570"},"modified":"2026-06-20T09:06:03","modified_gmt":"2026-06-20T08:06:03","slug":"winterstein-josefine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/winterstein-josefine\/","title":{"rendered":"Winterstein, Josefine"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-471\" title=\"sternedit4510\" src=\"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/sternedit4510.gif\" alt=\"sternedit4510\" width=\"16\" height=\"15\" \/><\/strong><\/span><span style=\"color: #000000;\"> 1896<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-395\" title=\"kreuzedit458\" src=\"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/kreuzedit458.gif\" alt=\"kreuzedit458\" width=\"16\" height=\"15\" \/><\/strong><\/span><span style=\"color: #000000;\"> 1952<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Beruf:<\/span> <span style=\"color: #000000;\"> ohne berufliche Ausbildung<\/span><\/p>\n<p><br class=\"clear\" \/><br class=\"clear\" \/><span style=\"color: #000000;\">Josefine Winterstein war die Mutter Theresia Reinhards. Ihr wurde vorgeworfen, falsche Behauptungen \u00fcber die Behandlung von &#8222;Schutzh\u00e4ftlingen&#8220; in Konzentrationslagern ge\u00e4u\u00dfert zu haben.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Opfer- und Verfolgungsschicksal:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\">Josefine Winterstein lebte bis 1939 in Lohr am Main. Ohne ordentliche Berufsausbildung handelte sie mit Korb- und Textilwaren, ehe sie hausieren ging mit Spitzenstoffen. Sie besa\u00df einen Wandergewerbeschein, der diese Arbeit legalisierte.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Im Februar 1939 wurde sie wegen eines Vergehens gegen das &#8222;Heimt\u00fcckegesetz&#8220; angezeigt. Um die Einlieferung ihres Bruders Friedrich Spindler in ein KZ zu verhindern, hatte sie vor der Polizei ihre Bef\u00fcrchtung ge\u00e4u\u00dfert, die Insassen von Konzentrationslagern w\u00fcrden unmenschlich behandelt. \u00a0Sie\u00a0habe geh\u00f6rt, dass im Rheinland ein H\u00e4ftling hinterr\u00fccks erschossen worden sei, als er eine Zigarette habe aufheben wollen. Der Sch\u00fctze sei f\u00fcr seine Tat \u00fcberdies mit 14 Tagen Urlaub belohnt worden.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Am 25. April 1939 wurde Josefine Winterstein von zwei Gestapo-Beamten in Lohr verh\u00f6rt. Sie nahm ihre \u00c4u\u00dferungen nicht zur\u00fcck, sondern erkl\u00e4rte, sie habe lediglich die Inhalte eines Gespr\u00e4ches wiedergegeben, das sie w\u00e4hrend einer Fahrt in einem Eilzug mitverfolgt habe. Um niemanden denunzieren zu m\u00fcssen, gab sie an, die Gespr\u00e4chspartner nicht gekannt zu haben. Sie gab allerdings zu ihrem Schutz an, sie habe den Aussagen selbst nie geglaubt, schon weil sie nicht annehme, dass der F\u00fchrer solch einen Umgang mit H\u00e4ftlingen dulden w\u00fcrde. Sie habe au\u00dferdem nicht gewusst, dass man solche Geschichten nicht weiter erz\u00e4hlen d\u00fcrfe. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Diese Erkl\u00e4rung wird ihr zwar laut amtlichem Bericht von den Kriminalbeamten nicht geglaubt, sie wurde allerdings auch nicht weiter festgehalten, da ansonsten keine Vorw\u00fcrfe gegen sie vorlagen und der Bezirksarzt wegen ihres Gesundheitszustandes Bedenken gegen eine Inhaftierung \u00e4u\u00dferte. Am 26. April wurde ihr allerdings der Wandergewerbeschein entzogen, um zu verhindern, dass sie weiterhin &#8222;Greuelnachrichten&#8220; verbreite. Diese Ma\u00dfnahme sei wirtschaftlich unbedenklich, da Mann und Kinder arbeiteten und sie dadurch abgesichert sei. Am 11. September 1939 stellte der Oberstaatsanwalt das Verfahren gegen Josefine Winterstein wegen Vergehens gegen das Heimt\u00fcckegesetz ein, da er offenbar von der Richtigkeit ihrer Darstellung \u00fcberzeugt war.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Im Zuge des Festsetzungserlasses musste Josefine Winterstein mit ihrem Ehemann Johann und ihren Kindern Kurt (geb. 1920), Theresia (geb. 1921) und Otto (geb. 1926) im September 1939 ihr Grundst\u00fcck in Lohr aufgeben und nach W\u00fcrzburg umziehen. Unter Androhung der Inhaftierung in ein Konzentrationslager wurde allen Sinti verboten, ihren Wohn- und Aufenthaltsort zu verlassen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><br class=\"clear\" \/><br class=\"clear\" \/><span style=\"color: #000000;\">Literatur:<br \/>\nFlade, Roland: Dieselben Augen, dieselbe Seele. Theresia Winterstein und die Verfolgung einer W\u00fcrzburger Sinti-Familie im &#8222;Dritten Reich&#8220;, W\u00fcrzburg 2008.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>MV<\/strong><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1896 1952 Beruf: ohne berufliche Ausbildung Josefine Winterstein war die Mutter Theresia Reinhards. Ihr wurde vorgeworfen, falsche Behauptungen \u00fcber die Behandlung von &#8222;Schutzh\u00e4ftlingen&#8220; in Konzentrationslagern ge\u00e4u\u00dfert zu haben.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12,10,5],"tags":[70,86,67],"class_list":["post-570","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-frauen","category-personenregister","category-sinti-roma","tag-festsetzungserlass","tag-heimtuckegesetz","tag-winterstein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/570","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=570"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/570\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4659,"href":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/570\/revisions\/4659"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=570"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=570"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=570"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}