{"id":486,"date":"2009-01-30T15:59:28","date_gmt":"2009-01-30T14:59:28","guid":{"rendered":"https:\/\/wp.hdbg.eu\/?p=486"},"modified":"2026-06-20T09:06:03","modified_gmt":"2026-06-20T08:06:03","slug":"theresia-winterstein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/theresia-winterstein\/","title":{"rendered":"Reinhard, Theresia (geb. Winterstein)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-471\" title=\"sternedit4510\" src=\"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/sternedit4510.gif\" alt=\"sternedit4510\" width=\"16\" height=\"15\" \/><span style=\"color: #000000;\"> 21.12.1921 in W\u00fcrzburg<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-470\" title=\"kreuzedit459\" src=\"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/kreuzedit459.gif\" alt=\"kreuzedit459\" width=\"16\" height=\"15\" \/><span style=\"color: #000000;\"> 2007<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Beruf:<\/span><span style=\"color: #000000;\"> T\u00e4nzerin, S\u00e4ngerin<\/span><\/p>\n<p><br class=\"clear\" \/><br class=\"clear\" \/><span style=\"color: #000000;\">Theresia\u00a0Reinhard, geb. Winterstein, verlor ihre sechs Wochen alte Tochter Rolanda vermutlich in der Folge von medizinischen Experimenten in der W\u00fcrzburger Universit\u00e4tsklinik, denen auch Rolandas Zwillingsschwester Rita ausgeliefert war. Im August 1943 musste sich Theresia einer Zwangssterilisation unterziehen.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><br class=\"clear\" \/><span style=\"color: #ff0000;\">Opfer- und Verfolgungsschicksal:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Bis zu ihrem 18. Lebensjahr lebte Theresia Winterstein in Lohr, 1939 musste ihre Familie im Zuge des Festsetzungserlasses nach W\u00fcrzburg umziehen, wo\u00a0Theresia im Stadttheater eine Anstellung als T\u00e4nzerin in der Zigeuneroper &#8222;Carmen&#8220; erhielt. Nach einigen Auftritten wurde ihr jedoch verboten, weiterhin dort zu arbeiten, da sie als nicht arisch galt. Daraufhin arbeitete sie kurzzeitig als N\u00e4herin, Packerin und Platzanweiserin in einem Kino.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Um nicht in ein Lager deportiert zu werden, willigte sie ein, sich den Studienzwecken der Nazis zu unterwerfen, unterzeichnete die Auflage, Umgang mit M\u00e4nnern und eine Schwangerschaft zu vermeiden.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">1942 wurde sie entgegen der Anordnung von ihrem Verlobten Gabriel Reinhard schwanger. Trotz ihrer zuvor geleisteten Unterschrift erhielt sie die Erlaubnis, die Zwillinge auszutragen. Sie bekam aber nicht die f\u00fcr Schwangere \u00fcbliche \u00e4rztliche Betreuung oder die zus\u00e4tzlichen Essensmarken. <\/span><\/span><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\">Am 3. M\u00e4rz 1943 kamen die M\u00e4dchen Rita und Rolanda zur Welt. Theresia durfte ihre Kinder erst f\u00fcnf Tage nach der Geburt sehen, am 9. M\u00e4rz floh sie mit ihnen aus der Klinik.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Am 6. April wurden die Zwillinge unter dem Vorwand ihrer Unterern\u00e4hrung auf polizeiliche Verf\u00fcgung hin in die Universit\u00e4tsklinik W\u00fcrzburg gebracht. Die Eltern erhielten ein Besuchsverbot. Als sie ihre Kinder am 11. April besuchen wollten, lie\u00df man sie zun\u00e4chst nicht zu Rolanda, die mit einem Verband um den Kopf tot in einem Bett lag. Ihre Schwester Rita hatte ein Pflaster am Kopf und eine Narbe hinter dem linken Auge. Theresia floh mit beiden Kindern aus der Klinik. Sie konnte Rita mit Hilfe Kurt Kellners, eines Hals-Nasen-Ohren-Arztes in der Rotkreuzklinik in \u00e4rztliche Behandlung geben. W\u00e4hrend des Aufenthalts in der Klinik bis Anfang 1944 durften die Eltern sie nicht besuchen. Ihr ganzes Leben lang musste Rita mit gesundheitlichen Problemen k\u00e4mpfen. Sie selbst vermutet, dass an ihr und ihrer Schwester Versuche durchgef\u00fchrt wurden, bei denen die Augen gef\u00e4rbt werden sollten.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\">Am 4. August 1943 wurde Theresia Winterstein zwangssterilisiert. Erst danach erhielt sie die Erlaubnis, ihren Verlobten Gabriel Reinhard standesamtlich zu heiraten.<\/span><\/span><\/p>\n<p><br class=\"clear\" \/><br class=\"clear\" \/><span style=\"color: #000000;\">Literatur:<br \/>\nFlade, Roland: Dieselben Augen, dieselbe Seele. Theresia Winterstein und die Verfolgung einer W\u00fcrzburger Sinti-Familie im &#8222;Dritten Reich&#8220;, W\u00fcrzburg 2008.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>MV<\/strong><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>21.12.1921 in W\u00fcrzburg 2007 Beruf: T\u00e4nzerin, S\u00e4ngerin Theresia\u00a0Reinhard, geb. Winterstein, verlor ihre sechs Wochen alte Tochter Rolanda vermutlich in der Folge von medizinischen Experimenten in der W\u00fcrzburger Universit\u00e4tsklinik, denen auch Rolandas Zwillingsschwester Rita ausgeliefert war. Im August 1943 musste sich Theresia einer Zwangssterilisation unterziehen.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12,10,5],"tags":[70,72,67,71],"class_list":["post-486","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-frauen","category-personenregister","category-sinti-roma","tag-festsetzungserlass","tag-medizinische-experimente","tag-winterstein","tag-zwangssterilisation"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/486","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=486"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/486\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4664,"href":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/486\/revisions\/4664"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=486"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=486"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=486"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}