{"id":461,"date":"2009-01-16T22:32:22","date_gmt":"2009-01-16T21:32:22","guid":{"rendered":"https:\/\/wp.hdbg.eu\/?p=461"},"modified":"2026-06-20T09:06:03","modified_gmt":"2026-06-20T08:06:03","slug":"winterstein-anneliese","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/winterstein-anneliese\/","title":{"rendered":"Winterstein, Anneliese"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-471\" title=\"sternedit4510\" src=\"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/sternedit4510.gif\" alt=\"sternedit4510\" width=\"16\" height=\"15\" \/><span style=\"color: #000000;\"> 25.02.1924 in W\u00fcrzburg<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-470\" title=\"kreuzedit459\" src=\"https:\/\/opferdatenbank.de\/opferdatenbank\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/kreuzedit459.gif\" alt=\"kreuzedit459\" width=\"16\" height=\"15\" \/><span style=\"color: #000000;\"> 12.06.1944 im KZ Auschwitz<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Beruf:<\/span><span style=\"color: #000000;\"> ohne berufliche Ausbildung<\/span><\/p>\n<p><br class=\"clear\" \/><span style=\"color: #000000;\">Die Sinti Anneliese Winterstein verlor ihre beiden Kinder im KZ Auschwitz. Sie beging dort Selbstmord. Von ihrer gesamten Familie \u00fcberlebte nur ihre Schwester Eleonore die Verfolgungen durch das NS-Regime.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\">Opfer- und Verfolgungsschicksal:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Zum ersten Mal geriet Anneliese Winterstein in das Visier der Gestapo, als sie 1943 von ihrem Arbeitgeber wegen unentschuldigten Fernbleibens von der Arbeit angezeigt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war sie als B\u00fcglerin und W\u00e4scherin angestellt. Die Beschwerde ihres Vorgesetzten gr\u00fcndete darauf, dass in Zeiten des Krieges jede Arbeitskraft ben\u00f6tigt werde um die Gesundheit der Soldaten an der Front zu erhalten und den Sieg nicht zu gef\u00e4hrden. Anneliese Winterstein selbst begr\u00fcndete ihr Fernbleiben damit, dass sie die anstehende Deportation der Sinti f\u00fcr sich und ihren zweij\u00e4hrigen Sohn habe vorbereiten m\u00fcssen. Sie wurde f\u00fcr zwei Wochen inhaftiert, auch weil sie wenige Tage zuvor auf Antrag zus\u00e4tzliche Essensmarken erhalten habe, die ihr nicht zugestanden h\u00e4tten. \u00dcberdies hatte sich Anneliese Winterstein nach den \u201eN\u00fcrnberger Gesetzen\u201c strafbar gemacht, weil sie eine au\u00dfereheliche Beziehung zu einem deutschen Unteroffzier f\u00fchrte, von dem sie auch schwanger war.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Im M\u00e4rz 1944 wurde Anneliese Winterstein gemeinsam mit ihren beiden S\u00f6hnen Karl-Heinz (geb. 1940) und Waldemar (geb. 1943) und weiteren Familienmitgliedern ins KZ Auschwitz deportiert. Waldemar starb nach wenigen Wochen. Er war entgegen \u00e4rztlichen Rats f\u00fcr den Transport nach Auschwitz aus dem Krankenhaus geholt worden, wo er wegen einer Lungenentz\u00fcndung behandelt worden war. Kurz darauf starb auch Anneliese Wintersteins zweiter Sohn Karl-Heinz. Sie selbst sollte von der SS als Prostituierte des Lagerbordells eingesetzt werden. Dies war wohl der Anlass f\u00fcr ihren Selbstmord: Sie warf sich am 12. Juni 1944 in den mit Starkstrom geladenen Stacheldrahtzaun, der das Lager umgab.<\/span><\/p>\n<p><br class=\"clear\" \/><br class=\"clear\" \/><span style=\"color: #000000;\">Literatur:<br \/>\nStaatsarchiv W\u00fcrzburg StAW 17421.<br \/>\nFlade, Roland: Dieselben Augen, dieselbe Seele. Theresia Winterstein und die Verfolgung einer W\u00fcrzburger Sinti-Familie im &#8222;Dritten Reich&#8220;, W\u00fcrzburg 2008.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong><span style=\"color: #ff0000;\">MV<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>25.02.1924 in W\u00fcrzburg 12.06.1944 im KZ Auschwitz Beruf: ohne berufliche Ausbildung Die Sinti Anneliese Winterstein verlor ihre beiden Kinder im KZ Auschwitz. Sie beging dort Selbstmord. 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